Ihr Kind ist auf der Welt, die Schwangerschaft ist vorbei. Nun ist Ihr Körper theoretisch wieder empfängnisbereit. Sie werden jetzt von Ihrem neuen Familienmitglied kräftig auf Trapp gehalten, ein weiteres Baby ist möglicherweise (noch) nicht geplant. Das Thema Verhütung wird also nach 9 Monaten nun wieder aktuell.


Hormonelle Verhütung

Zwar ist die hormonelle Verhütung einfach aber besonders während der Stillzeit nicht immer empfehlenswert.  Verhütungsmethoden wie die Anti-Baby-Pille, das Verhütungsstäbchen, die Hormonspirale oder ähnliche hormonelle Methoden können die Hormone durch das Stillen an den Säugling übertragen und das Kind eventuell schädigen. Zudem kann Östrogen die Milchproduktion verringern. Wenn hormonelle Verhütung für Sie die einzige Option darstellt, sollten Sie ein reines Gestagen-Präparat nehmen – eine sogenannte Stillpille. Diese haben keine bekannten Auswirkungen auf die Milchproduktion und Zusammensetzung. Generell sollten Sie jedoch erst 6 Wochen nach der Entbindung mit hormoneller Verhütung beginnen. Lassen Sie sich in Bezug auf Verhütung während der Stillzeit von Ihrem Frauenarzt beraten!


Stillen als Verhütung - LAM

Die Lacational Amenhorrhoea Method macht sich das Wissen zu Nutze, dass eine Frau während sie voll stillt unter bestimmten Umständen nicht fruchtbar ist. Durch das Stillhormon Prolaktin wird ein Eisprung verhindert. Dies ist jedoch an sehr spezifische Faktoren gebunden, welche leicht durch äußere Einflüsse ins Wanken geraten können.
Möchte man nach LAM verhüten, gelten folgende Regeln für die Fruchtbarkeit der Frau:

  • Funktioniert nur, solange keine Regelblutung eingetreten ist
  • es wird voll oder fast voll gestillt (bedeutet: keine Flüssigkeit oder Nahrung außer der Muttermilch, 1. Monat 30ml Zufüttern/Woche, 2. Monat 60ml/Woche. Abgepumpte Milch zählt als Zufüttern)
  • Im Zeitraum von 24 Stunden wird innerhalb von maximal 6 Stunden mindestens 6 mal gestillt
  • Sobald sich diese Faktoren ändern oder der Säugling beginnt nachts durchzuschlafen, gelten stillende Frauen nach LAM als wieder fruchtbar. Untersuchungen besagen, dass die Schwangerschaftsrate bei Verhüten nach LAM bei 0 bis 2% liegt.
  • Jedoch ist die leichte Beeinflussbarkeit der LAM Faktoren ein Unsicherheitsfaktor. Für Paare, die ein weiteres Kind (zunächst)nicht einplanen wollen oder können, empfiehlt es sich bis zum Einsetzen der ersten regelmäßigen Periode mit Kondom zu verhüten.

 

Barriere Methoden

Vielleicht nach der Kinderwunschphase und Schwangerschaft ungewohnt, aber dennoch die empfehlenswerteste Verhütungsmethode während der Stillzeit: das Kondom, Femidom (Kondom für die Frau), Diaphragma, Verhütungsschwämmchen oder das Lea Contraceptivum/Portiokappe. Um den Körper nach der Geburt zu schonen, sollte man von der Nutzung von Spirale oder Kupferkette in den ersten 6 Wochen absehen.


Symtothermale Verhütung

Während der Stillzeit selber nicht möglich aber eine gesunde Alternative zur hormonellen Verhütung ist die symptothermale Methode. Hier wird die Aufwachtemperatur (Basaltemperatur) der Frau und ein weiteres Fruchtbarkeitsmerkmal genutzt um die fruchtbaren Tage der Frau zu ermitteln. Dies kann "manuell" geschehen, indem man seine Temperatur misst und per Hand auswertet und Werte von Zervixschleim, LH-Hormon oder Muttermundöffnung mit einberechnet.
Ein symptothermaler Zykluscomputer kann Ihnen diese Arbeit abnehmen. Einsetzbar ist der kleine und handliche Zykluscomputer ab der ersten regelmäßigen normalen Menstruation nach Beenden der Schwangerschaft und Stillzeit.