Wie bringe ich mein Kind zur Welt?

Die Geburt ist das Ende der Schwangerschaft - und der Anfang einer neuen Familienkonstellation. Ein neuer Mensch kommt auf die Welt und lernt von Tag zu Tag sich und sein Umwelt kennen. Über die verschiedenen Arten der Geburt wird viel diskutiert. Das kann Verwirrung stiften und Unsicherheit verursachen. Stellen Sie sich jedoch immer die Frage: Was ist am besten für mich? Wir haben Ihnen ein paar Formen der Geburt zusammengestellt um Ihnen einen Überblick über die möglichen Arten der Geburt zu verschaffen.


Natürliche Geburt

Für die natürliche Geburt gibt es keine feste Definition. Jedoch gibt es ein paar Anhaltspunkte, die den Begriff besser erklären können. Man versteht unter natürlicher Geburt zum Beispiel das Nutzen von Geburtshockern und warmen Bädern um den Geburtsvorgang natürlich zu beschleunigen. Die Mutter hat hierbei in der Eröffnungsphase auch die Gelegenheit sich frei im Stehen zu bewegen. Der Einsatz einer Geburtszange oder Saugglocke möcht man bei der natürlichen Geburt so weit wie möglich umgehen.


Hausgeburt

Eine Hausgeburt ist nicht gefährlicher wie eine Klinikgeburt. Dennoch, wenn sich die gebärende Mutter für eine Hausgeburt entscheidet, sollte die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen nicht außeracht gelassen werden. Eine erfahrene Hebamme mit einer guten medizinischen Ausbildung ist von Nöten und in einem Notfall sollte Sie diese in ein Klinik verlegen. Beachten Sie, dass die nächste Klinik nicht sonderlich weit weg liegen sollte. Bei Risikoschwangerschaften sollte man es sich sehr gut überlegen, ob man eine Hausgeburt haben möchte. Abgesehen davon ist das familiäre Umfeld für Mutter und Kind sehr von Vorteil; die Geburt ist einfach entspannter.


Krankenhausgeburt

Diese Art der Geburt kommt der Klinik-Geburt sehr nahe. Jedoch mit dem großen Unterschied das die Mutter nach dem Geburtsvorgang wieder nach Hause geht. Hierbei ist ganz wichtig, dass Sie sich im vornherein eine Hebamme organisieren können, die sich bei Ihnen zu Hause um die Nachsorge kümmert. Sie sollte auch regelmäßig Zeit haben, um Ihnen in der ersten Zeit mit Baby zur Seite zu stehen. Es gibt auch Ärzte, die in solchen Fällen Hausbesuche machen. Zwischen dem 3. und 10. Lebenstag steht nämlich die 2. Vorsorge-Untersuchung an.


Wassergeburt

Unter einer Wasser-Geburt versteht man die Zeit die man zwischen Eröffnungs- und Austreibungsperiode in einem Gebärbecken verbringt. Oft bekommen Mütter die Möglichkeit während den Wehen im Wasserbecken zu verweilen, weil dies laut Studien den Schmerz lindert. Dies wird im eigentlichen auch als Wasser-Geburt bezeichnet, ist es jedoch nicht. Die "schnelle Variante" würde bedeuten, dass nur die Geburt selbst im Wasser stattfindet. Sie sollten hierfür eine Klinik oder ein Geburtshaus aufsuchen, welche diese Methode anbieten. Studien haben auch belegt, dass der Einsatz von Schmerzmitteln bei Wasser-Geburten deutlich geringer ist. Selbst die Quote eines Damm-Risses ist niedriger. Die Mutter kann auch durch die erhöhte Bewegungsfreiheit Ihre Geburtsposition verändern, was die Entspannung und damit den Geburtsfortschritt fördert. Für das Neugeborene ist der ganze Vorgang ein übergleiten im Wasser mit konstanter Temperatur - Die Drehung die der Säugling schon im Geburtskanal beginnt ist dadurch begünstigt.


Folgendes ist für die Geburt im Wasser von Nöten:

  • die 37. Schwangerschaftswoche muss überschritten sein (normale Entwicklung)
  • Blutungen in der Spätschwangerschaft sollten nicht vorgekommen sein
  • Das Kind darf nicht in der Steißlage sein
  • Bei einer Mehrlings-Geburt ist eine Wasser-Geburt nicht ratsam
  • die Mutter sollte in der Schwangerschaft keine schweren Infektionen erlitten haben
  • die Mutter sollte nicht an Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus oder Infektionen wie HIV oder Hepatitis B leiden

Kaiserschnitt

Der Vorgang, bei dem das Neugeborene auf operativem Wege auf die Welt kommt, bezeichnet man als Kaiserschnitt und wird nur in Notfällen durchgeführt. Der "Pfannenstielschnitt"(ein kleiner Querschnitt am Unterbauch über der Schamhaargrenze) wird gesetzt wenn Komplikationen auftreten wie der Geburtsstillstand, bei Verschlechterung der Herztöne des Kindes oder bei einem Gebärmutter-Riss. Wenn im vornherein schon diagnostiziert werden kann, dass das Kind im Verhältnis zum Becken der Mutter zu groß ist, könnte hierbei auch zu einem Kaiserschnitt  geraten werden. Eine Vollnarkose ist hierbei jedoch nur notwendig, wenn es sich um einen Notfall wie eben um einen Geburtsstillstand handelt, da die Vollnarkose schneller von statten geht und so wertvolle Zeit gespart werden kann.


Saugglocke und Zangengeburt

Die zwei Geburtsmethoden werden nur verwendet, wenn dem Arzt nichts anderes übrig bleibt, um das Leben des Kindes und der Mutter zu schützen. Bei beiden Verfahren ist ein Dammschnitt mit lokaler Betäubung unumgänglich. Die Zange wird beispielsweise verwendet wenn die Mutter einen Herzfehler hat und auf Grund dessen das Pressen eine gesundheitliche Gefahr darstellt, kommt jedoch selten vor. Die Saugglocke wird da schon öfters verwendet. Eine flache Scheibe die an eine Vakuumpumpe angeschlossen ist saugt das Baby am Kopf im Rhythmus der Kontraktionen heraus.